Dagmar Hovestädt, geboren 1965 im Rheinland, ist seit 2011 Sprecherin des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU). Zuvor war sie 20 Jahre lang als Fernsehreporterin, Autorin und Dokumentarfilm-Producerin in Berlin und Los Angeles tätig.

30 Jahre Einblick in die Akten
Dagmar Hovestädt reflektiert die Arbeit des Stasi-Unterlagen-Archivs im 30. Jahr der deutschen Wiedervereinigung.

 

Mit der Friedlichen Revolution von 1989 befreiten sich die Menschen nach 40
Jahren von der SED-Diktatur in der DDR. Eine der wichtigsten Errungenschaften
aus dieser Zeit ist der Zugang zu den Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit. Erstmals in der Welt wurde damit 1990, mit dem Tag der deutschen Einheit,
der Zugang zu den kompletten Unterlagen einer Geheimpolizei ermöglicht, um das Wirken dieses Ministeriums, kurz Stasi genannt, aufzuklären. Menschen sollten über den Aktenzugang den Eingriff des Staates in ihr eigenes Schicksal erkennen und so u.a. rehabilitiert werden können. Es sollte die verdeckte Mitarbeit bei der Stasi öffentlich gemacht werden, um das Vertrauen in die Demokratie zu stärken. Die Mechanismen der Diktatur sollten untersucht und debattiert werden, um für demokratische Werte zu sensibilisieren und eine Erinnerungskultur zu etablieren, die den Opfern der SED-
Diktatur Respekt zollt und den zukünftigen Generationen die Chance bietet, eine Wiederholung zu verhindern. 30 Jahre sind seit den Anfängen vergangen und das Stasi-Unterlagen-Archiv ist zu einer festen Größe im Diskurs über diese Vergangenheit geworden.
Eine Zwischenbilanz.

 

Freitag, 06. März 2020, 16.00 - 17.45 Uhr
Aarhus Universitet
Nobelsalen
Bygning 1485-Lokale 123